19. Gesundheitswesen

 

Neue Gesundheitsversicherungs-Konzepte:

 

I. Die Gesundheitskasse

 

Angesichts der Verwirrung und Ratlosigkeit über die Kostenexplosion in unserem Gesundheitswesen, dem Verteilungskampf um Honorare und der Deckelung von Budgets, empfiehlt sich die Idee einer Gesundheitskasse. (Nicht zu verwechseln mit der AOK, die sich im Untertitel seit einigen Jahren ebenso nennt!).

Was will die Idee Gesundheitskasse?

Die Gesundheitskasse ermöglicht eigenverantwortliche Mitgestaltung für den Versicherten.

Die Gesundheitskasse übernimmt neben den Kosten für schulmedizinische Versorgung auch die Erstattung für biologische, homöopathische, energetische, anthroposophische und chinesische Medizin, sowohl für Ärzte als auch für Heilpraktiker in voller Höhe und für gesundheitsfördernde Maßnahmen.

Jeder Versicherte bekommt einen Leistungskatalog und kann sich selbst über Angebote und Preise informieren. Der Patient erhält die Rechnung und reicht sie bei der Gesundheitskasse ein. Dadurch wird das System transparent und der Versicherte hat einen Einfluß auf die Ausgaben.

Durch Gesundsein vermindert sich der Beitrag nach dem Motto: Vorbeugen ist besser als Heilen.

 

Wie funktioniert dieses neue System?

Der Beitrag jedes Versicherten wird geteilt - 40% fließen in einen gemeinsamen Fonds, den Risiko-Topf, und die restlichen 60% werden auf ein persönliches Gesundheits-Sparkonto bei der Gesundheitskasse geleitet.

Im Krankheitsfall werden die anfallenden Kosten zunächst vom persönlichen Sparkonto beglichen und nur, wenn diese Summe nicht ausreicht, wird der Restbetrag in unbeschränkter Höhe aus dem Risiko-Topf gezahlt und muß im Nachhinein auch nicht zurückerstattet werden.

Wird jemand nicht krank, hat das Sparkonto bald eine bestimmte Höhe erreicht, der Versicherungsbeitrag sinkt dann auf den Risikoanteil von 40 %, solange keine Kosten entstehen, ähnlich dem Kfz-Schadensfreiheits-Rabatt. Nach einem eingetretenen Krankheitsfall steigt der Beitrag wieder an.

Alle Versicherten haben freie Wahl der Versicherungsform und die Möglichkeit, diese mitzugestalten. Die Versicherten bestimmen selbst, welche Therapien sie in Anspruch nehmen.

Vorteile:

  • Der Versicherte hat einen Anreiz zum Sparen, weil Gesundheit und Gesundheits-Vorsorge sich auch finanziell lohnen.
  • Der Versicherte kann sich beraten lassen und entscheidet dann, welche Behandlung er in Anspruch nehmen will.
  • Dieses System ist transparent und macht uns zu selbstbestimmten Bürgern.
  • Wer chronisch krank ist, wird nicht bestraft, weil seine Kosten aus dem Risiko-Topf gedeckt werden; er kann allerdings keine Beitragssenkung in Anspruch nehmen
  • Anstelle des derzeitigen Verteilungskampfes kann ein gesunder Wettbewerb entstehen, da für den Versicherten Leistung zählen wird und sich Konsumverhalten nicht lohnt.
  • Eine Bereicherung Dritter an den Beiträgen ist nicht möglich.

 

Alle Versicherten haben freie Wahl der Krankenversicherung und die Möglichkeit, die Versicherungsart mitzugestalten und sie können selbst entscheiden, welche Untersuchungen und Therapien von ihren Beiträgen bezahlt werden.

Bisher ist die zunächst angestrebte überregionale echte Gesundheitskasse wegen der hohen Sicherheiten (6 Mio DM) nicht zu realisieren, auch brachten zähe Verhandlungen mit den ”normalen“, an maximalem Gewinn orientierten Privatversicherern bisher keine Ergebnisse.

II. Artabana-Gemeinschaften

 

Eine echte und schon funktionierende Alternative zum jetzigen Gesundheitssystem bilden die schweizer Artabana-Gemeinschaften, die etwa nach dem System oben genannter Gesundheitskasse arbeiten, mit Selbstverantwortung und Solidarität. Seit Herbst 1999 haben sich nach schweizer Vorbild in Deutschland 40 Artabana-Gemeinschaften gegründet. In der Schweiz funktioniert dieses System seit 20 Jahren erfolgreich. [[Information: Artabana]