6. Arbeitswelt

 

Zur Würde des Menschen gehört die Möglichkeit, sich zu verwirklichen, d.h. mit seinen Fähigkeiten und mit seiner Kraft zum Wohle der Gemeinschaft beizutragen. Als Ausgleich erhält er ideelle und materielle Anerkennung und bekommt das Gefühl, wichtig zu sein und gebraucht zu werden.

 

Für die Arbeitswelt lauten die wichtigsten Fragen:

 

1. Was brauchen wir, um gut leben zu können?

Aus dieser Frage ergibt sich eine Fülle von Aufgaben, z.B. in den Bereichen Umwelt, Bildung, Soziales, wie Altenhilfe, Jugendhilfe, Kinderbetreuung, Familie, Haushalt, Drogenhilfe, Landschaftspflege, Handwerks- und Reparaturbetriebe, Nahverkehr und vieles mehr.
Die Agenda 21 kann ein Anfang sein, in diese Fragen einzutauchen und Lösungen zu erarbeiten.

2. Wer kann es tun?

Es gibt in jedem Ort, in jeder Stadt viele Menschen, die o.g. Aufgaben bestens leisten können und deren Fähigkeiten brach liegen, weil das Geld dafür fehlt. Viele Menschen, vor allem Frauen, suchen sinnvolle Aufgaben in Teilzeitarbeit. Viele finden aber wegen der hohen Lohnnebenkosten keine Beschäftigung, von der sie ohne zusätzliche Sozialhilfe, Erziehungsgeld oder Arbeitslosengeld oder -hilfe leben könnten.

3. Wer soll das bezahlen?

Bezahlte Arbeit wird möglich durch:

  • das 0-Zins-System
  • Steuergerechtigkeit (bis 1000 Euro als Existenzminimum Steuerfreiheit) und Steuerabschreibung für soziale, bildungspolitische und ökologische Investitionen
  • die Einrichtung von Bartersystemen (Tauschringen) ermöglicht den Übergang von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe in die Selbständigkeit
  • Gewerkschaften werden vorläufig noch notwendig sein, um bei der Umstrukturierung zu helfen, die dazu führen soll, daß jeder Arbeitende seine Dienstleistung oder seine Arbeit dem Arbeitgeber oder seinem Kunden selbst in Rechnung stellt. So entsteht Eigenverantwortung, Selbst-Ständigkeit, Gleichwertigkeit und ein Miteinander.
  • Für die Steuer, die Kranken-, Renten und Pflegeversicherung sorgt jeder selbst.
  • Einfache, durchschaubare und gerechte Strukturen im Versicherungs- und Steuerwesen ermöglichen es den Bürgern, sich selbst darum zu kümmern.
  • Die Arbeitszeit und die Arbeitsdauer wird vom Arbeitenden selbst bestimmt, in Absprache mit dem Arbeitgeber
  • Jeder junge und gesunde Mensch macht ein soziales, ökologisches oder friedenspolitisches Jahr
  • Die Produktion von Gütern erfolgt nach dem tatsächlichen Bedarf, das verhindert Verschwendung von Arbeitskraft, Energie und Rohstoffen.
  • Die Qualität der Güter und Produkte hat Vorrang vor Quantität.

Aus der neuen Struktur ergeben sich für die Arbeitenden folgende Vorteile:

  • Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind gleichberechtigte Partner (Gerechtigkeit).
  • Jeder entscheidet selbst, wieviel und wie lange er arbeiten will, um genügend Zeit für andere Aufgaben, wie Haushalt, Garten, Kindererziehung, Betreuung Angehöriger oder für Bedürfnisse, wie Begegnung mit anderen Menschen, Spielen, künstlerische Tätigkeiten, ehrenamtliche Arbeit usw. zu haben.
  • Halbtagsarbeit wird durch Abschaffung der Lohnnebenkosten und die Selbstbestimmung der Arbeitszeit möglich und üblich.
  • Erhöhte Flexibilität im Arbeitsmarkt durch die Ausrichtung am Bedarf, was wiederum Vielseitigkeit und Freiheit für den Einzelnen bringt.
  • Selbstbestimmung und Selbstverantwortung werden gestärkt.
  • Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe (beides entmündigend) werden ersetzt durch sinnvolle gemeinnützige Arbeit, die sich an den Fähigkeiten des Einzelnen und dem Bedarf der Gemeinschaft orientiert und angemessen bezahlt wird.
  • Gemeinnützige Arbeit wird gut bezahlt, dadurch entstehen Werte für die Allgemeinheit.
  • Erhöhte Lebensqualität
  • Zusammenarbeit statt Wettbewerb, das Bewußtsein, aufeinander angewiesen zu sein und das Miteinander statt Gegeneinander werden wieder wichtig und führen zu Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl
  • Durch mehr selbständige Arbeit auf sozialem und ökologischem Gebiet verlagert sich die Arbeit wieder mehr in die Wohnumgebung, was auch den Kindern und älteren Angehörigen zugute kommt.
  • Menschen mit Beeinträchtigungen seelischer oder körperlicher Art bekommen eine Rente und können für einfache Hilfsdienste herangezogen werden